Blut, Krebs und Infektionen


Milzerkrankungen

Hypersplenismus

Hypersplenismus: Überaktivität der Milz mit der Folge eines Mangels an roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen.

Die Erkrankung

Arbeitet die Milz ungehemmt, so entfernt sie zu viele Blutzellen aus dem Kreislauf. Kann das Knochenmark nicht ausreichend Blutzellen „nachproduzieren“, kommt es zu einem Mangel an Blutkörperchen im Blut. Die Ursachen des Hypersplenismus entsprechen denen der Splenomegalie.

Das macht der Arzt

Der Hypersplenismus wird nachgewiesen durch eine nuklearmedizinische Untersuchung mit radioaktiven Substanzen, mit denen der Arzt die Lebensdauer der Blutzellen bestimmen kann. Die Behandlung entspricht der der Splenomegalie.

Milzriss

Milzriss (Milzruptur): traumatische Schädigung der Milz und/oder der Milzkapsel, meist durch einen Unfall.

Die Erkrankung

Die weiche Konsistenz der Milz und ihre Blutfülle machen sie besonders empfindlich für Verletzungen. Daher kann jede Verletzung des linken Bauchraums, insbesondere wenn sie stumpf ist, z. B. durch Fußtritte mit schwerem Schuhwerk, und/oder Rippenbrüche nach sich zieht, mit einer Milzverletzung verbunden sein.

Meistens blutet es dann in den Bauchraum hinein. Das Blut kann sich aber zunächst auch innerhalb der Milzkapsel sammeln. Nach einigen Tagen oder Wochen reißt die Kapsel dann auf (zweizeitige Milzruptur), und es kommt zu einer starken Blutung in den Bauchraum. Als Folge kann ein Volumenmangelschock auftreten, der sofort behandelt werden muss. Der Betroffene hat abgesehen von einer Schwellung im Oberbauch starke Schmerzen im Oberbauch, eventuell auch auf der ganzen linken Seite und/oder in der linken Schulter.

Das macht der Arzt

Ein Milzriss lässt sich im Ultraschall nachweisen. Bei Verdacht wird in mehreren Stunden Abstand nochmals sonografiert. Meistens ist bei einem kleinen Riss eine Laparoskopie angesagt. Sie erlaubt dem Arzt nicht nur einen genauen Überblick mit dem Laparoskop, sondern er kann kleinere Milzrisse sofort mit einem Gewebekleber behandeln. Bei größeren Milzrissen entfernt der Arzt bei Erwachsenen das komplette Organ. Bei Kindern versucht er immer, die Milz zumindest teilweise zu erhalten, weil sie für diese noch wichtig ist. Hierzu verklebt er die Milzteile mit einem Gewebekleber und umhüllt sie mit einem Netz, das zunächst die Milzteile zusammenhält und später vom Körper verdaut (resorbiert) wird.

Vorsorge nach Laparoskopie

Nach der Operation muss der Betroffene die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, die auch bei einer Milzentfernung gelten.

Splenomegalie

Splenomegalie (Milzschwellung, Milztumor): Vergrößerung der Milz. Meist ist eine Milzvergrößerung Folge anderer Organerkrankungen oder Infektionen und nur selten Folge einer Erkrankung der Milz. Beschwerden bestehen meist nicht, allenfalls führt die Splenomegalie zu Druckgefühl und mäßigen Schmerzen im linken Oberbauch. Ursachen für die Vergrößerung der Milz sind u. a. Infektionen wie z. B. Pfeiffersches Drüsenfieber, Malaria , Bilharziose, gut- und bösartige Tumoren oder Blutarmut (Anämie). Aber auch ein Pfortaderstau bei Leberzirrhose, rheumatische Erkrankungen, Leukämien und Lymphdrüsenkrebs können eine Milzschwellung zur Folge haben.

Das macht der Arzt

Bei Verdacht auf Splenomegalie führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Bauches durch, die eine schmerzlose Bestimmung der Milzgröße binnen weniger Minuten ermöglicht. Bestätigt sich der Verdacht, folgen weitere Untersuchungen (z. B. Bluttests, CT) zur Ursachensuche.

Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Kann die ursächliche Erkrankung nicht behoben werden (z. B. bestimmte Formveränderungen der roten Blutkörperchen), so ist möglicherweise eine Milzentfernung (Splenektomie) sinnvoll. Die zu erwartende Beschwerdelinderung und die möglichen Komplikationen durch die Milzentfernung müssen dabei sorgfältig abgewogen werden.

Vorsorge bei Milzentfernung

Das Immunsystem benötigt nach der Entfernung der Milz viel Zeit, sich an die neue Situation anzupassen. Deshalb wird der Patient möglichst schon vor der Operation vor möglichen Infektionen durch ein Maximum an Regelimpfungen geschützt, so gegen Grippe, Pneumokokken, Hämophilus B und Meningokokken. Außerdem sollte der Patient auch selbst alles tun, um Infektionen zu vermeiden, denn einige Patienten erleiden noch Jahre nach ihrer Milzentfernung schwere Infektionen mit möglicherweise tödlichem Ausgang (overwhelming post-splenectomy infections oder kurz OPSI). Wenn absehbare Gefahren drohen, z. B. bei einer Zahnsanierung, sollte der Betroffene vorsorglich Antibiotika einnehmen.

Zusätzlich drohen in den ersten Wochen nach dem Eingriff Thrombosen. Deshalb erhält der Patient vorbeugend Medikamente, soll lange Autofahrten und Flüge vermeiden und gegebenenfalls Kompressionsstrümpfe tragen.

News

Entspannung für Pflegende
Entspannung für Pflegende

Eigene Bedürfnisse nicht vergessen

Sie ist keine Nebentätigkeit, sondern wird schnell zur 24-Stunden-Schicht – die Betreuung kranker Angehöriger. Doch nur wer bewusst Augenblicke der Entspannung einplant, ist den Anforderungen langfristig gewachsen.   mehr

Pflanzenkost schützt vor Diabetes
Pflanzenkost schützt vor Diabetes

Effekt vor allem bei Normalgewicht

Vegetarier haben ein geringeres Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das gilt jedoch vor allem für Fleischvermeider, die ein vernünftiges Gewicht halten und sich den Bauch nicht mit Reis und Nudeln vollstopfen.   mehr

Hitze verändert Medikamentenwirkung
Hitze verändert Medikamentenwirkung

Verstärkte Effekte, weniger Durst

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?   mehr

Laufen lernen ohne Schuhe
Laufen lernen ohne Schuhe

Barfuß für eine gesunde Entwicklung

Während rund 60 Prozent aller Erwachsenen an Fuß- und Haltungsschäden leiden, haben Babys und Kleinkinder fast durchweg noch gesunde Füße. Problematisch wird es, wenn sie Schuhe zu früh und in der falschen Größe tragen.   mehr

Besser dicke Beine als dicker Bauch
Besser dicke Beine als dicker Bauch

Übergewicht als Herz-Risiko

Übergewicht erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch ganz so einfach ist das nicht. Bei Frauen nach der Menopause kommt es vor allem darauf an, wo die Fettpölsterchen sitzen. Hat sich das Fett an Bauch und Taille angesammelt, erhöht es auch bei Normalgewichtigen das Herz-Kreislauf-Risiko.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Adalbero-Apotheke
Inhaber Edmund Bertsch
Telefon 0931/72624
E-Mail adalbero.apotheke@t-online.de